Kunstgeschichte

Vorlesung: Textilien aus der islamischen Welt: von den Umayyaden bis zu den Safawiden, 7.-17. Jahrhundert

Mittwoch, 18.03.2026

Die Vorlesung führt in die Textilkunst der islamischen Welt vom 7. bis zum 17. Jahrhundert ein und zeigt, wie sich textile Gattungen, Techniken, Materialien und Werkstätten im historischen Verlauf verändern. Sie behandelt die frühislamische Textilproduktion unter den Umayyaden und verfolgt die Entwicklungen in den abbasidischen, fatimidischen und mamlukischen Zentren bis hin zu den höfischen und städtischen Produktionssystemen in Iran unter den Ilkhaniden, Timuriden und Safawiden. Besprochen werden sowohl gewebte Seidenstoffe als auch bestickte oder gewirkte Tiraz-Gewebe (oftmals Leinen) . Im Zentrum steht die Frage nach der ursprünglichen Funktion der erhaltenen Stoffe: häufig Fragmente, die als liturgische Gewänder, Grabbeigaben oder vollständige Gewänder überliefert sind. Für ihre Einordnung werden Muster, Inschriften, Materialien und Webtechniken mit schriftlichen und bildlichen Quellen verknüpft. Zugleich werden die methodischen Herausforderungen der Datierung und Lokalisierung von Textilien aus der islamischen Welt thematisiert. Anhand ausgewählter Beispiele werden Werkstattorganisation, technische Innovationen sowie Austauschprozesse und die Zirkulation von Mustern und (Luxus-)Geweben im mediterranen und eurasischen Raum untersucht. Die dynastische Struktur der Vorlesung verbindet textile Artefakte mit zeitgleichen Entwicklungen in Kunst und Architektur, um ikonographische und formale Bezüge herauszuarbeiten. Die Vorlesung bietet somit auch eine Einführung in die islamische Kunstgeschichte.

Dozierende(r): Prof. Dr. Corinne Mühlemann
18.03.2026:08:15 - 09:45
Ort:1. Etage, Hörraum 114
Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4

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