Kunstgeschichte

Seminar: Ex-Voto: Materialisierte Gelübde in der christlichen Welt

Mittwoch, 18.03.2026

Der Kurs untersucht die Praxis des Ex-voto als Schnittstelle zwischen Religion, Kunst und Gesellschaft. Im Zentrum stehen materielle Zeugnisse von Gelübden und Danksagungen, die im Kontext christlicher Frömmigkeitskulturen entstanden sind. Von den frühesten erhaltenen Votivgaben der Spätantike bis zu komplexen Formen frühneuzeitlicher Wallfahrtskunst werden Ex-Votos als Ausdruck personaler Frömmigkeit, sozialer Bindung und ästhetischer Gestaltungskraft analysiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Kunstgeschichte der frühen Neuzeit: Wir befassen uns mit der Entwicklung der Votivikonographie, den verwendeten Materialien und Techniken sowie der Integration von Ex-Votos in sakrale Räume. Dabei werden Fragen nach Handwerk, Auftraggeberschaft und der Rolle des Körpers als Motiv und Medium religiöser Erfahrung thematisiert. Ergänzend eröffnet der Kurs sozialanthropologische Perspektiven: Wie spiegeln Ex-Votos kollektive Vorstellungen von Krankheit, Heilung, Dank und göttlicher Intervention wider? Welche sozialen und geschlechtsspezifischen Strukturen prägen das Gelübde als religiöse Praxis? Durch vergleichende Analysen und theoretische Texte aus der Anthropologie und Religionswissenschaft wird das Ex-Voto als soziale Handlung und kommunikatives Medium verstanden.

Dozierende(r): Prof. Dr. Urte Krass, Prof. Dr. Michaela Schäuble
18.03.2026:12:15 - 13:45
Ort:EG, Seminarraum 016
Uni Mittelstrasse
Mittelstrasse 43

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