Homer in Rom: Rezeption, Interpretation, Transformation
Dienstag, 17.03.2026
Als vermutlich einflussreichste antike Texte nach der Bibel fungierten die homerischen Epen Ilias und Odyssee als zentraler intellektueller und ästhetischer Referenzrahmen der griechisch-römischen Kultur. Diese Veranstaltung interessiert sich insbesondere dafür, in welchen Kontexten und Formen Homer von der römischen Gesellschaft rezipiert – sprich: gelesen, gehört, gesehen, zitiert, interpretiert, übersetzt, und adaptiert – wurde. Dabei werden einerseits lateinische Dichter in den Blick genommen, deren kreative Auseinandersetzung mit Homer in eigene epochale Werke mündete, darunter Livius Andronicus, Ennius, Vergil, Ovid und Statius. Andererseits wird die Vereinnahmung Homers in der römischen Rhetorik, Philosophie und Politik bei Cicero, Seneca dem Jüngeren, Sueton, Ausonius u.a. untersucht. Schliesslich wird die intermediale Rezeption des homerischen Stoffs anhand von Zeugnissen der bildenden Kunst wie Marmortafeln und Fresken herausgearbeitet. Stets präsent sind auch die teils vorangehenden, teils folgenden griechischen Transformationen der homerischen Dichtung. Indem sie Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte miteinander verbindet, geht diese Vorlesung der grundlegenden Frage nach, wie und warum das homerische Epos und die Figur Homers selbst in Rom immer wieder aufs Neue interpretiert und um neue Bedeutungsdimensionen erweitert wurden
| Dozierende(r): | Dr. Massimo Cè |
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| 17.03.2026: | 10:15 - 12:00 |
| Ort: | EG, F004 Unitobler Lerchenweg 36 |
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